Mieterformulare.de

Recht zur Lüge bei unzulässigen Fragen: Was bedeutet das?

Als Recht zur Lüge wird der Grundsatz bezeichnet, dass eine unzulässige Frage folgenlos unrichtig beantwortet werden darf. Er betrifft nur Fragen ohne objektiven Bezug zum Mietverhältnis. Bei zulässigen Fragen gilt dagegen eine Wahrheitspflicht, und falsche Angaben können rechtliche Folgen haben. Dieser Text beschreibt die allgemeine Rechtslage und gibt keine Empfehlung für den Einzelfall.

Unser Formular zum Thema

Mieterselbstauskunft: Was darf gefragt werden und was nicht?

Eine Mieterselbstauskunft ist eine freiwillige Eigenangabe von Wohnungssuchenden. Vermieter dürfen darin nur Angaben mit objektivem Bezug zum Mietverhältnis erfragen, etwa Einkommen, Beruf und Personenzahl, und das gestaffelt nach Phase. Fragen zu Religion, Familienplanung oder Gesundheit sind unzulässig. Maßstab ist die Orientierungshilfe der Datenschutzkonferenz, Stand 2026.

Zum Online-Formular: Mieterselbstauskunft

Das Ausfüllen und die Vorschau mit Wasserzeichen sind kostenlos. Bezahlt wird erst das fertige PDF ohne Wasserzeichen.

Fragen und Antworten

Was bedeutet das Recht zur Lüge?

Mit Recht zur Lüge ist der von der Rechtsprechung anerkannte Grundsatz gemeint, dass eine unzulässige Frage nicht wahrheitsgemäß beantwortet werden muss. Wird eine solche Frage unrichtig beantwortet, kann daraus grundsätzlich kein Nachteil abgeleitet werden. Der Grundsatz schützt vor Fragen, die niemand stellen dürfte.

Bei welchen Fragen wird es angenommen?

Es betrifft ausschließlich unzulässige Fragen, also Fragen ohne objektiven Bezug zum Mietverhältnis. Dazu zählen nach den Datenschutzgrundsätzen beispielsweise Fragen zu Religion, Herkunft, Familienplanung, Schwangerschaft, Gesundheit, Parteizugehörigkeit oder sexueller Orientierung. Solche Angaben dürfen nicht verlangt werden, weshalb eine unrichtige Antwort grundsätzlich folgenlos bleibt.

Bei welchen Fragen gilt es nicht?

Bei zulässigen Fragen gilt es nicht. Fragen mit objektivem Bezug zum Mietverhältnis, etwa zu Einkommen, Beruf, Personenzahl, laufender Insolvenz oder Mietrückständen, unterliegen allgemein einer Wahrheitspflicht. Für diesen Bereich greift der Grundsatz gerade nicht, weil der Vermieter ein berechtigtes Interesse an zutreffenden Angaben hat.

Welche Folgen kann eine falsche Antwort auf eine zulässige Frage haben?

Bewusst falsche Angaben auf zulässige Fragen können nach den allgemeinen Regeln rechtliche Folgen haben. In Betracht kommen insbesondere die Anfechtung des Vertrags wegen arglistiger Täuschung und die fristlose Kündigung aus wichtigem Grund. Ob solche Folgen eintreten, hängt vom Einzelfall ab und ist nicht pauschal zu beantworten.

Muss eine unzulässige Frage überhaupt beantwortet werden?

Eine unzulässige Frage muss nicht beantwortet werden. Wer sie unbeantwortet lässt, verhält sich rechtmäßig. Der beschriebene Grundsatz besagt darüber hinaus, dass auch eine unrichtige Antwort auf eine solche Frage grundsätzlich keine rechtlichen Nachteile nach sich zieht. Die Bewertung im Einzelfall bleibt der rechtlichen Prüfung vorbehalten.

Rechtlicher Hinweis

Die Inhalte dieser Seite sind allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Sie geben die allgemeine Rechtslage wieder und ersetzen im Einzelfall keine anwaltliche Beratung.

Rechtsgrundlagen und Quellen

Die Aussagen dieser Seite stützen sich auf folgende Grundlagen:

Gesetze (Primärgrundlage):

  • Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), insbesondere Art. 5 (Grundsätze, u. a. Datenminimierung), Art. 6 (Rechtsgrundlagen der Verarbeitung), Art. 9 (besondere Kategorien personenbezogener Daten), Art. 15 (Auskunftsrecht) und Art. 17 (Recht auf Löschung). Volltext
  • Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), insbesondere Paragraf 123 (Anfechtung wegen arglistiger Täuschung) und Paragraf 543 (fristlose Kündigung aus wichtigem Grund). Volltext
  • Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG), soweit es um diskriminierende Fragen geht. Volltext

Leitlinie der Datenschutz-Aufsichtsbehörden (sehr gewichtig, jedoch kein Gesetz):

  • Orientierungshilfe der Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder (DSK) zur Einholung von Selbstauskünften bei Mietinteressent:innen, Version 2.0, Stand Januar 2026. Volltext

Neutrale Verbraucherinformation (zur Einordnung, kein Rechtsbeweis):

  • Verbraucherzentrale, Themen Mieten und Datenschutz. Volltext

Stand dieser Seite: 01.07.2026 (Baustein-Version 2026.1). Wir prüfen die rechtlichen Grundlagen regelmäßig auf Aktualität.

Christian Woitzat

Christian Woitzat betreibt mieterformulare.de. Bei der Wohnungssuche für seine Schwiegereltern fehlte ihm eine einfache Möglichkeit, die nötigen Formulare direkt am Handy auszufüllen und zu verschicken. Daraus ist diese Seite entstanden. Er ist kein Anwalt. Die Inhalte stützen sich auf benannte Quellen und sind allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Weitere Artikel zu diesem Thema

Zurück zur Formularseite